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Bachelor Figurentheater

Ich glaube, ich habe während des Studiums gelernt, dass meine Gedanken, die ich mir als Darsteller mache, niemals relevant für das Theater an sich sein können.

Da ist sie, die erste Hausarbeit meines 4 jährigen und aufgrund des Leitungswechsels nicht ganz durchkonzipierten Studiums. Es ist die Bachelorarbeit.

Ich denke, ich bin dumm

Ein Studium lang haben viele geduldige und einige nicht so verständnisvolle Dozenten mich in mühevoller Kleinarbeit davon abgebracht, Bühnenkonflikte im Kopf zu lösen. Oder auch: Theater im Vorhinein zu planen. Nun bin ich freier und habe die Möglichkeit, mich im Präsens zu bewegen – handelnd als Reaktion auf das eben vergangene. offen für kommende Impulse. Mir wurde abtrainiert, jeden Vorgang durch einen einordnenden Gedanken zu bremsen. Ich habe aufgehört, den übergeordneten Zusammenhang zu suchen.

Ich habe aufgehört, zu

Verstehen

Lange Zeit schon kommt meine Arbeit ohne komplizierte Analysen aus. Denn ich bin selbst Material, muss vergessen. Muss, wenn ich die Bühne betrete, frei von Vorgedanken sein, die nicht aus dem Geschehen auf der Bühne resultieren.  Ich musste mich darin bremsen, logisch nachvollziehen zu wollen, was auf der Bühne passiert. Meine Gedanken endeten stets in einer unbarmherzigen Bewertung: Was habe ich getan? War das gut? Warum war es gut? Kann ich das wieder? – doch das Bewertungsschema konnte ich nicht durchleuchten.

Kluge Leute

Es gibt Menschen, die schreiben kluge, anatyltische Bücher über das, was auf einer Bühne passiert. Sie untersuchen, was Theater ist. Mich haben Theaterwissenschaftler, die sich so nennen und auch solche, die sich eigentlich andere Berufsbezeichnungen geben, nie gestört – sonderlich geschätzt habe ich sie auch nicht. Warum sollte ich akzeptieren, dass Theater eine Wissenschaft ist, wenn auf der Bühne das übergeordnete Denken ausgeschaltet wird?

Ist, provokativ gefragt, denn noch etwas anderes Theater als das, was nicht denkende, Impulsen nachgehende und kanalysierende Menschen tun, während andere ihnen zugucken? Ich sage nur meine Meinung: Es ist mir schleierhaft, was Kunst und Theater mit Wissenschaft zu tun hat. Ich habe die klugen Bücher nicht gelesen, weil ich nicht gelernt habe, dass mir Denken hilft.

Toll ein anderer Machts

Das klingt, als hätte ich in einer gedankenlosen Schule gelernt – das muss ich sofort dementieren. Ich habe oft Kluges von den Vodenkern unseres Genres gehört, hatte nur aus oben geschilderten Gründen kein Bedürfnis, in ihren Werken nachzulesen. Ich habe akzeptiert, dass Sie die Klugen sind und ich die Dumme.

Hausarbeit

Ich stelle mich an, wie jemand, der zum ersten mal etwas tut, von dem er nicht so richtig weiß, wie davon die übliche gute Lösung auszusehen hat. Wenn ich fremde Hausarbeiten lese, springen mir Thesen entgegen: Gedanken, die sich der Verfasser gemacht hat, die er vorstellt und verteidigt.

Ich glaube, ich habe während des Studiums gelernt, dass meine Gedanken, die ich mir als Darsteller mache, niemals relevant für das Theater an sich sein können. Daher habe ich Skrupel, überhaupt eine These aufzustellen. Ich bin es gewohnt, keinen Überblick mehr zu haben.Die Klugen, das sind die anderen.

Prolog

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Kommentare

  • Julia Raab 29 | 11Julia :) I remember. Danke für den Beitrag.
  • User Avatar 12 | 04RiCo Toll gespielt, super dargestellt und das auch noch lustig verpackt! Da gibt es nichts zu meckern :- ) Supi
  • Pie 09 | 10Pie Spielt ihr eigentlich noch manchmal, oder lernt ihr nur?
  • Julia Raab 12 | 05 Hey, das klingt cool. Würde es sehr gerne sehen, bin auch in Bochum bis zum 18. aber fahre schon gegen 14:00 Uhr zurück nach Halle....
  • Pie 02 | 12Pie Naja, "Apokalypse" wird laut Recherche übersetzt als: Enthüllung, Entschleierung, der Schleier wird gelüftet, Offenbarung. Du als Sprachler kannst warscheinlich besser nachvollziehen, ob es ein Substantiv...