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Die Probe, das Experiment

Subjektives über einen Tag, an dem man loslegt

Ich probe gerade an meiner Einzelarbeit und führe ein “Arbeitstagebuch”.

Die Einzelarbeit.

Um es kurz zu erklären: Sie ist das erste eigene Stück, dass ein Student auf die Beine stellt. Im 4. Studienjahr folgt dann das Bachelorprojekt, und die Einzelarbeit im 3. Jahr ist die Gelegenheit, sich schon einmal allein an ein Figurentheaterstück zu wagen.

Zu Probierwut und Experimenten wird von den Dozenten ausdrücklich ermutigt, Scheitern erlaubt – wenn es denn ein Scheitern zugunsten des Lernprozesses ist.

Im Folgenden halte ich fest, wie es mir heute im Probenprozess ergeht. Für mich, damit ich was lerne und für euch einfach so zum Lesen.

Die Vorbereitungen: Ein grobes Thema, Ein Kostüm, dass auf eine bestimmte Situation abzielt und die Objekte, mit denen ich spielen möchte.

Also rauf auf die Bühne und gespannt sein, was passiert.

Nach 20 Minuten kommt im Spielen der Punkt, an dem mir nichts mehr einfällt, und ich breche ab.

Es fühlt sich leer an in mir. Ich weiß nicht, ob es mir gelungen ist, richtig in die Szene einzusteigen, ob sich etwas interessantes ergeben hat, ob die Voraussetzungen genügend oder zu festgelegt waren und ob ich lange genug bei der Sache war.

Mit einer kleinen Kamera habe ich meine Bewegungen mitgeschnitten (viel mehr ist auf dem Video nicht zu sehen) und ein Mikro hat alles aufgenommen, was ich in der Szene gesagt habe.

Ich kürze den Leerlauf aus der Tonspur, gehe wieder auf die Bühne und probe nochmal. Diesmal spiele ich meine Tonaufnahme ab und, – bin wieder gespannt, was passiert.

Da fällt mir plötzlich auf, dass ich mich noch gar nicht in meinem Bühnenbild zurechtfinde.

Ich stoppe  - wo fängt der Raum an, den ich mir vorstelle, wo hört er auf, was sind das eigentlich für Dinge, die bisher nur angedeutet darin vorkommen? Ich versuche, mir Klarheit zu verschaffen, indem ich mich ins Bühnenbild stelle und in Gedanken jede Wand, die Decke und den Boden, Eingänge und Ausgänge des Raums vorstelle.

Das ist nicht so einfach, denn ich möchte mich nur für die Sequenz DIESES Charakters mit seinem Objekt festlegen, für die anderen Objekte und Charaktere wird das Bühnenbild vielleicht einen anderen Raum andeuten.

Ich markiere mir die Eckpunkte dieses Raums für jetzt und frage mich gleichzeitig, wie ich jemals während des Stückes Markierungen ändern soll.

Ich zeichne den Raum und die ganze Wohnung des Charakters vom Auftrittsort aus.

Ich weiß nun ein bisschen mehr, wer ich bin und wie es um mich herum aussieht.

Ich probe weiter, wieder fühlt es sich leer an, die Ideen von heute wollen nicht recht etwas mit denen von gestern und vorgestern zu tun haben.

Vielleicht bringt mir das Video einen Geistesblitz.

Prolog

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Kommentare

  • Julia Raab 29 | 11Julia :) I remember. Danke für den Beitrag.
  • User Avatar 12 | 04RiCo Toll gespielt, super dargestellt und das auch noch lustig verpackt! Da gibt es nichts zu meckern :- ) Supi
  • Pie 09 | 10Pie Spielt ihr eigentlich noch manchmal, oder lernt ihr nur?
  • Julia Raab 12 | 05 Hey, das klingt cool. Würde es sehr gerne sehen, bin auch in Bochum bis zum 18. aber fahre schon gegen 14:00 Uhr zurück nach Halle....
  • Pie 02 | 12Pie Naja, "Apokalypse" wird laut Recherche übersetzt als: Enthüllung, Entschleierung, der Schleier wird gelüftet, Offenbarung. Du als Sprachler kannst warscheinlich besser nachvollziehen, ob es ein Substantiv...